Abdomensonographie
Lernkapitel: Leberultraschall
Bei der Lebersonographie lernen Sie, sich im rechten Oberbauch zu orientieren und Gefäße über ihren Verlauf zu identifizieren. Die zentrale Frage ist nicht nur „Was ist diese dunkle Struktur?“, sondern auch: Woher kommt sie, wohin zieht sie und wie verändert sie sich beim Drehen oder Kippen des Schallkopfs?
Jasmin führt im Video durch einen physiologischen Leberfall. Die farbige Live-Beschriftung der Scanbooster-App macht arterielle Gefäße, Pfortader, Lebervenen und Gallenwege unterscheidbar. Die Kapitel begleiten diese Untersuchung mit anatomischen Erklärungen und konkreten Aufgaben zum Ultraschallüben.
- Pfortader
- Arteria hepatica
- Lebervenenstern
- Ductus choledochus
0:43Leber darstellen: Quer- und Längsschnitt
Leber darstellen: Quer- und Längsschnitt
Beginnen Sie mit der Orientierung im Oberbauch. Im Video wird der Fall „Innere Medizin → Leber → Physiologische Leber“ geöffnet. Das Piktogramm zeigt, wie die aktuelle Schallebene zum Körper ausgerichtet ist. Im Querschnitt und im Längsschnitt erhalten Sie unterschiedliche Ansichten desselben Organvolumens.
Durch behutsames Neigen und Drehen erschließen Sie die Leber räumlich. Verfolgen Sie eine Struktur über benachbarte Schnitte hinweg, statt sie anhand eines einzelnen Standbildes zu benennen. Schalten Sie die Beschriftung zunächst ein und versuchen Sie anschließend, die Strukturen ohne die farbige Hilfe wiederzufinden.
Stellen Sie dieselbe Gefäßstruktur in zwei unterschiedlichen Schnittebenen dar. Beobachten Sie dabei das Piktogramm.
Verständnis prüfen
Warum sollten Sie dieselbe Gefäßstruktur in mehreren Schnittebenen verfolgen?
Erklärung anzeigen
Ein einzelnes Schnittbild zeigt nur einen Ausschnitt. Wenn Sie dasselbe Gefäß in benachbarten Ebenen verfolgen, erkennen Sie seinen räumlichen Verlauf und können es anhand seiner Verbindungen zuordnen. Das Piktogramm hilft bei der Orientierung.
1:30Leber und Zwerchfell anatomisch einordnen
Leber und Zwerchfell anatomisch einordnen
Die Leber liegt überwiegend im rechten Oberbauch unter dem Zwerchfell und reicht teilweise in den linken Oberbauch. Das im Video markierte Diaphragma hilft, ihre obere Begrenzung zu erkennen und die Lage zur Brusthöhle einzuordnen.
Zur anatomischen Orientierung gehört auch die Funktion: Die Leber übernimmt Aufgaben im Energie- und Zwischenstoffwechsel, in der Synthese, Speicherung und Entgiftung. Für das Ultraschallbild ist besonders ihr enges Verhältnis zu Gefäßen und Gallenwegen wichtig. Diese Strukturen dienen als wiederkehrende Orientierungspunkte bei der Untersuchung.
Suchen Sie das Zwerchfell als Begrenzung der Leber, bevor Sie sich auf einzelne Gefäße konzentrieren.
Verständnis prüfen
Welche Struktur hilft Ihnen, die obere Begrenzung der Leber zu erkennen?
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Das Zwerchfell liegt oberhalb der Leber und trennt Bauch- und Brusthöhle. Im Tutorial dient es als Orientierungspunkt, bevor die einzelnen Gefäße aufgesucht werden.
2:16Aorta, Truncus coeliacus und Leberarterie verfolgen
Aorta, Truncus coeliacus und Leberarterie verfolgen
Die arterielle Gefäßsuche beginnt im Tutorial an der Aorta. Von dort wird der Truncus coeliacus aufgesucht; die Arteria mesenterica superior liegt weiter kaudal. Über die Arteria hepatica communis lässt sich der Verlauf zur Arteria hepatica propria nachvollziehen. Letztere führt der Leber sauerstoffreiches Blut zu.
Das Video zeigt außerdem die Arteria splenica und den Abgang der Arteria gastroduodenalis. Die Arteria hepatica propria teilt sich in einen rechten und einen linken Ast. Nutzen Sie die Verzweigungen als anatomische Wegweiser: Ein Gefäß wird verständlicher, wenn Sie seine Verbindung zu einem größeren Stamm verfolgen.
Gehen Sie vom großen Gefäß zum kleinen Ast vor: Aorta → Truncus coeliacus → Arteria hepatica communis → Arteria hepatica propria.
Verständnis prüfen
Über welche Gefäße verfolgen Sie den arteriellen Weg von der Aorta zur Leber?
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Von der Aorta geht es zum Truncus coeliacus, weiter zur Arteria hepatica communis und zur Arteria hepatica propria. Letztere teilt sich in einen rechten und einen linken Ast zur Leber.
4:00Pfortader und Pfortadergabel erkennen
Pfortader und Pfortadergabel erkennen
Die Vena portae hepatis führt nährstoffreiches Blut aus den unpaarigen Bauchorganen zur Leber. Sie ist im Video hellblau markiert. Nach Eintritt in die Leberpforte teilt sie sich in Äste für den rechten und linken Leberlappen. Durch Rotation der Sonde lässt sich diese Aufteilung gezielt einstellen.
Das im Tutorial verwendete Bild eines „springenden Hirsches“ beschreibt die sichtbare Pfortadergabel. Entscheidend ist jedoch der nachvollzogene Gefäßverlauf. Unterscheiden Sie den Zufluss über die Pfortader vom venösen Abfluss über die Lebervenen; beide Gefäßsysteme gehören zur Leber, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Verfolgen Sie den Pfortaderstamm bis zur Aufteilung und suchen Sie danach die Verbindung der Lebervenen zur Hohlvene.
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Führt die Pfortader Blut zur Leber hin oder aus ihr heraus?
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Die Pfortader führt nährstoffreiches Blut aus den unpaarigen Bauchorganen zur Leber. In der Leberpforte teilt sie sich in Äste für den rechten und linken Leberlappen. Der venöse Abfluss erfolgt dagegen über die Lebervenen.
4:51Lebervenenstern und Vena cava inferior darstellen
Lebervenenstern und Vena cava inferior darstellen
Über die Lebervenen verlässt das Blut die Leber. Die rechte, mittlere und linke Vena hepatica münden in die Vena cava inferior. Werden die zusammenlaufenden Lebervenen und ihre Mündung gemeinsam dargestellt, entsteht das typische Bild des Lebervenensterns.
Im Video wird dafür ein Oberbauch-Schrägschnitt genutzt und die Sonde ungefähr um 45 Grad gedreht. Der anatomische Zusammenhang ist wichtiger als ein starrer Winkel: Suchen Sie die Mündung in die Hohlvene und passen Sie die Ebene so an, dass Sie die einmündenden Gefäße verfolgen können.
Benennen Sie rechte, mittlere und linke Lebervene. Zeigen Sie anschließend, in welches große Gefäß sie münden.
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Welche Gefäße bilden den Lebervenenstern und wohin münden sie?
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Die rechte, mittlere und linke Lebervene laufen zur Vena cava inferior zusammen. Ihre gemeinsame Darstellung bildet den Lebervenenstern. Die Pfortadergabel gehört zu einem anderen Gefäßsystem.
5:39Gallenblase und Ductus choledochus aufsuchen
Gallenblase und Ductus choledochus aufsuchen
Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber und speichert sowie konzentriert Galle. Über den Ductus cysticus ist sie an das extrahepatische Gallengangsystem angeschlossen. Aus Ductus hepaticus communis und Ductus cysticus entsteht der Ductus choledochus, der die Galle in Richtung Duodenum weiterleitet.
Im Ultraschall ist der Gallengang nicht in jedem Schnitt sofort sichtbar. Das Tutorial empfiehlt, zunächst die Gallenblase zu finden und anschließend durch Kippen und Drehen die räumlichen Beziehungen zu erkunden. Auch der Schulter-Nabel-Schnitt wird als hilfreicher Zugang genannt. Verwechseln Sie einen Gang nicht allein wegen seines dunklen Lumens mit einem Blutgefäß.
Finden Sie zuerst die Gallenblase und verfolgen Sie danach die benachbarten Gang- und Gefäßstrukturen.
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Aus welchen beiden Gängen entsteht der Ductus choledochus?
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Der Ductus hepaticus communis und der Ductus cysticus vereinigen sich zum Ductus choledochus. Dieser leitet die Galle in Richtung Duodenum. Die Gallenblase ist über den Ductus cysticus angeschlossen.
